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All things Life and Media – The Integrative Concepts Blog

Archive for August, 2009

Habt Ihr ein Spinett? Impressionen vom Avantgarde Festival Schiphorst

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Faust ist eine Band aus den Anfängen des Krautrock, deren jetztiger Gitarrist Jean Herve lebt in Schiphorst bei Ahrensburg und besitzt dort einen etwas grösseren Bauernhof. Seit einigen Jahren veranstaltet er dort das Avantgarde Festival. Auf vier Bühnen finden über drei Tage erstaunliche, aussergewöhnliche musikalische Darbeitungen statt und auch die Performance Kunst kommt nicht zu kurz. In diesem Jahr waren u.v.a. die Hamburger “Oberer Totpunkt” eingeladen. Zu dieser Gelegenheit konnten wir ein paar Video Impressionen schiessen.  Die Frage des Festivals kam von einer Band aus Frankreich Samstags um 22 uhr: “Habt ihr ein Spinett für uns?” Das war dann doch zu unmöglich. Ansonsten aber viel buntes dabei!

Written by Thomas Wendt

August 30th, 2009 at 4:12 pm

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Marketing, Communication, Branding, Life – Look at the stats!

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A lot of people these days wonder where the media will go. How Print and traditional TV concepts might be able to stay alive. Most of the Media Managers these days decide to go online full speed. And data like in the movie here promise that communities are now the holy grail of marketing. But that’s not the entire truth. Start to fill the holy grail with too much advertising and the community moves on. Communites are very complex entities consisting of human beings. That means that they have to be treated like very complex human beings - carefully and with respect.

Written by Thomas Wendt

August 21st, 2009 at 5:06 pm

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David Nesselhauf – Amateur par exellence!

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David Nesselhauf ist Musiker, Bassist und “Resultatspragmatiker”. Eine erfrischende Haltung, die man in der sonst sehr Equipment-verliebten Musikerszene sehr selten findet.

Written by Thomas Wendt

August 21st, 2009 at 3:11 pm

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Vierer mit Steuermann – Kleine feine Lösung für das Immer und Überall Studio

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Mobiles Recording wäre schön, wenn man überall seine spontanen musikalischen Ideen festhalten könnte. Und dann auch bitte gleich so, dass sie für weitere professionelle Anwendungen zu gebrauchen sind. Auf dem Markt existieren viele Produkte, die genau das versprechen, jedoch im Verbund mit den Ansprüchen des Anwenders und der Menge externer Netzteile und viel zu schwacher Akkus, nicht halten. Ich selbst habe es oft versucht und bin frustriert gescheitert. Bis neulich. Als mich ein freundlicher Betreiber eines Internet TV fragte, ob ich denn nicht mal ein Produkt besprechen könne. Das Keyboard von Line 6 sollte es sein. Das Toneport KB37. Da ich eigentlich nicht mehr zu begeistert von den Line 6 Produkten war, wollte ich nicht. Ich könne es mir wenigstens mal ansehen meinte Internet TV. Na gut. Hübsch aussehen tut es ja. Pamela auch, aber am Ende zählen doch immer die inneren Werte?


 
Und damit Sie hier nicht weiterlesen, bloß weil sie jetzt einen Verriss erwarten: Ich war sehr positiv überrascht und zwar von mehreren Aspekten des Keyboards. Denn im Verbund mit dem richtigen Laptop und Recording Software verfügte ich plötzlich über eine inspirierende Kreativmaschine. Doch eins nach dem anderen.

Der Verbund
Der Vierer besteht aus einem Samsung Q45 Notebook, dem KB37 Keyboard, Ableton Live als Recording Software und Reason als Instrumentrack. Der Steuermann befand, dass sich diese Kombination doch hervorragend als mobiles Studio beweisen solle und reiste für eine Woche an die Nordsee wo bei viel waagerechtem Regen genug Zeit war, den Vierer auf Herz und Nieren zu testen.
Das Samsung Notebook Q45 ist gerade mal so groß wie ein Din A4 Blatt und 3 cm hoch. Es verfügt über einen Intel Core Duo Prozessor mit 2,4 GHz und 4 GB Ram. Außerdem sorgt eine Graphikkarte mit 128 MB Ram dafür, dass die Performance nicht durch Videointerrupts gestört wird. Die Festplatte mit 160 GB bietet genug Platz für einige Musik und Videoprojekte. Bei „Ich bin doch nicht blöd“ kostete diese sehr handliche Powermaschine im Juni 998,- Euro. Als Betriebssystem ist Windows Vista Home Premium installiert und die Kiste „fliegt“. Alles bisher überhaupt kein Problem.
Da jedoch immer noch PC stellt sich auch mit dem Q45 die Frage nach dem passenden Audio I/O damit man auf geringstmögliche Latenzen kommt. An dieser Stelle kommt das Toneport KB37 Keyboard von Line 6 ins Spiel, denn es ist Audio I/O und MIDI Controller in einem – und mehr.

Das Keyboard
Das Toneport KB 37 ist nicht neu auf dem Markt. Doch komischerweise ist es mir vor kurzem erst aufgefallen. Zum einen Aufgrund der Tatsache, dass ich auf der Suche nach einer spielbaren Computer Software Lösung für die Bühne war und es zum anderen eine komfortable Überall Recording Lösung darstellt. Besonders wenn man Gitarrist ist.
In der MIDI-Controller Abteilung ist das Keyboard mit einer normal großen Tastatur ausgestattet, wobei die Tasten nicht so lang sind wie bei einem Voll Piano. An der Zahl sind es 37, wie der Name schon sagt, und die Tastatur wird einen echten Keyboarder nicht zum jubilieren bringen, funktioniert jedoch sehr gut. Das übliche Pitch- und Modulationsrad gehört natürlich auch dazu und Oktavtaster von -3 bis +3. An Controllern bietet das KB37 Sound Select Up and Down, 4 Taster, 4 Drehregler und ein komplettes Transportfeld. Extern lassen sich noch ein Expression Pedal und zwei Fußschalter anschließen.

In der Audio I/O Abteilung bietet das KB37 einen Gitarren Input, 2 Analoge Line Inputs, 2 Mikrofon Eingänge – mit Phantom Power (!), SPDIF Stereo Out, Analog Out und einen Kopfhörerausgang. An den Computer wird das Keyboard via USB angeschlossen. Das ist alles, skeptisch wurde ich sofort. 48 Volt Phantom Power an den Mikrophoneingängen und kein Anschluss für ein externes Netzteil? Das machte mich besonders neugierig.
Zu all dem kommt außerdem noch die komplette Line 6 POD xt 2.0 Technologie. Das Keyboard bietet sämtliche Line 6 Guitarampmodelings, wie auch die Line 6 MicPre-Modelings. Also umfangreiche DSP Power. Ohne externes Netzteil? Rein USB Powered? Ja. Sofort gesagt: es funktioniert!
Gespannt installierte ich die Treiber und rannte voll gegen die Wand. Das System funktionierte nicht. Super, na okay, die beiliegende CD war offensichtlich schon älter und der Besuch der Line 6 Website machte klar, das mittlerweile zwei neuere Treibergenerationen erhältlich sind. Doch erst nach einem Telefonat mit der Line 6 Hotline brachte Klarheit darüber, dass zuerst manuell alle Treiber von der CD Installation entfernt werden müssen um die aktuelle Software in Betrieb zu nehmen. Danach funktionierte jedoch alles absolut reibungslos. Die Line 6 Software besteht aus den nötigen MIDI und ASIO Treibern für den Betrieb mit gängiger Recording Software und der Gearbox Software von Line 6. Mit diesem „Editor“ erhält man Zugriff auf die komplette DSP Power einer POD xt.

Gitarrensounds
Line 6 hat seinerzeit mit dem ersten POD das Gitarrenrecording revolutioniert. Fiel dann jedoch für meinen Geschmack zurück. Denn, was ich danach an Line 6 Sounds gehört habe, war mir einfach nicht dynamisch genug. Das lag jedoch nicht an den Fähigkeiten der Hardware, wie ich jetzt feststellen musste, sondern an der Tatsache, dass Line 6 seine Presets dermaßen überfrachtet, wie übrigens viele Hersteller, das man die Schönheit des dynamischen Verstärkersounds vor lauter Effekten, Gates und Kompressoren gar nicht mehr hört. Mein erster Kontakt mit der Gearbox Software erlaubte es jedoch sofort alle Effekte auszuschalten, ein Marschall Plexi Modell zu wählen, eine 4 x 12 Celestion 25 Greenback Box hinzuzufügen, die Gitarre an den Instrument Input anzuschließen und erstaunt und erfreut , die dynamischen Klänge zu genießen. Verdammt soll ich sein – damit lässt sich doch was anfangen. Spannend jetzt, wie sich diese Sounds jetzt mit der Software festhalten lassen.
Das waren zwei, jetzt Kandidaten 3 und 4 – die Software
Line 6 legt dem Keyboard eine Version von Ableton Live Lite bei. Diese ignorierend installierte ich die aktuelle Version von Ableton Live 7 auf dem Samsung als Audio Recording Software und schließlich noch Propellerhead Reason Version 4 als Soundquelle.
Über die Fähigkeiten von LIVE und Reason im Detail einzugehen ist an dieser Stelle nicht nötig, die Leser wissen mit Sicherheit über die wesentlichen Features dieser beiden Produkte bescheid. In diesem Beitrag soll es ja auch um die Kombination mehrerer Komponenten gehen.
LIVE und Reason sind via Rewire mit einander verbunden. Dabei ist es für mich wichtig mit dem Keyboard und dessen Controller direkten Zugriff auf Reason zu haben, denn die Synthesizer lassen sich mit den Drehreglern des KB37 sehr komfortable direkt in den wesentlichen Parametern wie Filter und Volume editieren. Dazu ist es nötig das KB37 als MIDI Remote in LIVE zu disablen und in Reason zu aktivieren. Das funktioniert problemlos. Damit steht das Trasnportfeld zwar in LIVE nicht mehr zur Verfügung, ist jedoch nicht so tragisch da Start, Stop sowie Fast Formward und Rewind von Reason via Rewire auch an LIVE gesendet wird. Lediglich der Record Button funkioniert nur in Reason. Das ist allerdings zu verschmerzen.
Es empfiehlt sich für LIVE und Reason jeweils Startup Songs zu bauen, die schon die nötigen Einstellungen beihalten. Ist das passiert lässt sich sehr schnell und komfortabel mit den beiden Applikationen arbeiten.

Vierer mit Steuermann
Der Vierer ist jetzt vorgestellt. Jetzt muss das Boot ins Wasser. Ich begab mich mit dem Notebook, meiner Gitarre und dem KB37 für eine Woche in Klausur. Da wie schon erwähnt das Wetter schlecht war hatte ich genügend Zeit alle möglichen Aspekte der Kombination zu testen. Ich hatte vor einige Freundschaftsdienst zu erledigen, wie zum Beispiel ein paar brutale Metalgitarren für das Elektro Poetry Pop Duo Oberer Totpunkt einzuspielen, ausserdem wollte ich ein paar Songideen ausarbeiten, die bisher nur als Lagerfeuerversionen existierten. Die Geschichte mit den Metalgitarren war das einfachste, denn die racks waren vorgegeben und ich musste nur die richtigen Gitarrensounds finden und loslegen. Die Playbacks waren Reason Songs, die via Rewire synchron zu LIVE liefen. Im Gegensatz zu einem einfachen MP3 File hat der Reason Song den Vorteil, dass ich mir die Parts stummschalten kann die mich stören und den Beat und eventuelle Vorzähler besonders laut mache. Besonders gut finde ich die Idee vom Produzenten von OT einen gesprochenen Vorzähler als REX File vor die wesentlichen Parts der Tracks zu setzen „Eins, Zwo Drei, Vier – Zwei, Zwo, Drei, Vier!“.
Gitarrensound mit Gearport
Die Tracks von Oberer Totpunkt verlangten nach Metal Mördersound. Um die Gitarrensoundabteilung zu aktivieren wählt man lediglich unter Source Select „Instrument“ aus. Dazu verwendete ich den Line 6 eigenen Amp Insane in Kombination mit einer 4 x12 Box mit Celestion 25 Speakern. Diese Lautsprecherkombination kratzt nicht so und macht den Insane Amp weicher. Um keine kurzen Echos beim abhören zu erhalten ist es wichtig die Monitorfunktion in lIVE auszuschalten. Dann hört man nur das reine POD Signal und die Playbacks aus dem Computer. SObald man als Input in LIVE External In gewählt hat liegt das Audiosignal des KB37 am Eingang von LIVE an. Hat man die POD Sounds aktiviert geht das Ampsignal direkt auf die Aufnahmespur von LIVE. Genauso als hätte man einen Amp vor den Computer geschaltet. Der Rest ist Standard: Spielen, Aufnehmen, Entscheiden, neu Spielen, Spur um Spur. Läuft!

St. Peter Ording, 14.00 Uhr, Regen, das Solo sitzt.
Am Abend war es dann soweit für die eigenen Baustellen. Lagefeuerversionen der Songs existierten. Wie macht sich das System bei diesem Job? Gut. Zuerst ein Gitarrensound. Da ich ja noch nicht gar nicht weiss wohin die Reise geht, am besten einen dynamischen Cruncher, der auf die Potistellung der Gitarre reagiert und sich so beim Spielen von clean bis schmutzig regeln lässt. Das realisiere ich mit einer Kombination aus Compressor, Bassman Modell und wieder den 25“ Celestions. Fix in Reason ein Tempo gesetzt und einen Basic Loop als Beat aktiviert und los geht’s. Einfach spielen. Intro, Strophe Refrain, soll erst mal reichen. Text gibt es auch. Jetzt wird’s nochmal spannend. Das Rode M3 Kondensatormikrophon braucht Phantom Power. Ob das mit der USB Stromversorgung funktioniert? Es funktioniert. Erstaunlich. Sobald man im Source Select Menü der Gearbox Mic1 wählt erscheint die Vocalprocessing Suite des Line 6 DSP. Preamps mit EQs und Compressoren um das Signal zu bändigen. Über den Kopfhörer klingt es gut und die Guidevocals sind schnell fertig. Speichern! Man weiß ja nie!

Der Song entwickelt sich nun in Reason weiter. Mit Hilfe des Keyboards kann man schnell und intuitiv arbeiten, Sounds auswählen mit den Drehreglern individuell anpassen, Tracks einspielen, Mischen. Stellt man fest, dass das Tempo noch nicht passt lässt sich dieses via LIVE einfach justieren. Denn Audio wird ja in Echtzeit gestreched. So entsteht flüssig und wohlklingend ein Arrangement in Reason zu den Guide Tracks aus Stimme und Gitarre. Die einzelnen Parts lassen sich kopieren und verschieben, bis die Songstruktur steht. Ohne die Pilotgitarre zu löschen (man weiss ja nie) kann man sich anschliessend auf das Gitarrenarrangement konzentrieren und aus dem üppigen Angebot der Line 6 Amps schöpfen.
Mit entsprechender Sorgfalt lassen sich auch finale Takes der Stimme aufnehmen. Es ist wirklich erstaunlich wie musikalisch die Line 6 MicPre Modelle klingen. Wobei auch hier gilt: Traue keinem Preset. Selber machen.

Irgendwann wurde sogar das Wetter schön und ich konnte mit drei Gitarrentracks für OT und 4 neuen eigenen Songs nach Hause fahren. Gemischt wurde dann mit Nuendo auf dem „grossen“ System. Was überhaupt kein Problem war. Denn die Klangqualität der Gitarren und Stimmen war absolut professionell.

Fazit.
Mir ist kein einziges Produkt bekannt, dass soviel bietet wie das Toneport KB37. In Verbindung mit einem aktuellen Laptop und Recording Software kann man ohne viel Gepäck überall ein Studio einrichten. Mit richtig guten Gitarrensounds und Vocal Prozessoren – Eigentlich könnte man mit dem Teil auch auftreten. Aber das wir dann eine andere Geschichte.

Line 6 Toneport KB37: aktueller Strassenpreis Euro 249,-

Written by Thomas Wendt

August 20th, 2009 at 5:44 pm

The One Man Show extended

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Music & PC hat sich in der letzten Zeit mehrfach dem Thema One Man Show gewidmet. Immer unter dem Aspekt: Wie kann man allein als Sänger/ Instrumentalist einen Act entwickeln der Live funktioniert und über eine reine Soloveranstaltung hinaus geht.
Es stellten sich dabei mehrere sehr wichtige und beachtenswerte Aspekte heraus. Das musikalische Konzept muss stimmen, damit man sich bei Verwendung von Playbacks immer sicher im Song zurechtfindet. Die Dynamik der Playbackmischung muss an die Dynamik der Live-Instrumente angepasst werden, oder halt umgekehrt. Der Zuspieler sollte leicht bedienbar sein und nicht erfordern den Focus vom Publikum zu nehmen wenn die Titel gesucht, gewählt und gestartet werden. Das Monitoring muss klar und kalkulierbar sein, damit man definitiv und sicher zu den Zuspieltracks spielen und singen kann.

Soweit so gut, wenn man das für sich allein so optimieren kann ist das prima. Wenn jedoch aus der One Man Show mehr wird, das heisst, Mitmusiker integriert werden sollen, ist es höchst wahrscheinlich bis sicher, dass man sich neue Gedanken bezüglich der Umsetzung machen muss. Ich erhielt vor einigen Wochen die Anfrage eines Acts, dessen CD ich produziert und gemischt hatte, und außerdem bei einigen Tracks die Gitarre beisteuerte: Oberer Totpunkt – das schlechte Gewissen Hamburgs – Elektro, Drum’n’Bass, Spoken Words.

Oberer Totpunkt (OT) bestehen aus Michael Krüger (Sequenzen und Drums) und Bettina Bormann (Vox). Auf der CD-Produktion ist elektronisch einiges los, es singt ein gregorianischer Chor und es sägen an einigen Stellen die Monstergitarren. Darüberhinaus gehört mittlerweile Kontrabassist David Nesselhauf fest zum Line Up. Es stellte sich die Frage wie das nun Live umsetzbar sein kann. Der Chor wird selten bis nie dabei sein, der Bassist häufig aber nicht immer und die Gitarre, na, wenn’s mal passt. Weiterhin soll der Aufwand so gering wie möglich sein, denn im „schlimmsten“ Fall planen OT lediglich zu zweit aufzutreten. Die Produktion entstand mit Reason und Ableton LIVE, gemischt wurde in Nuendo. Es standen alle Spuren einzeln zur Verfügung um einige Stems (Instrumentengruppen) zusammen zu mischen so dass bei den Auftritten viel Flexibilität für den FOH Mischer, wie auch für die Monitoring-Ansprüche auf der Bühne blieb. Gute Idee – nicht.
Denn! Der Starter und Stopper der Zuspieler ist Michael Krüger, der Drummer. Michael hat auch überhaupt kein Problem mit Computern und Software, ausser auf der Bühne: „Mit den glitschig verschwitzen Fingern in der Aufregung auf nem Touchpad rumzuglitschen ist für mich nicht die Lösung! Ich brauche was mit dedizierten Schaltern und Funktionen!“ Also wurde sich nach Mehrspur-Digital-Maschinen umgeschaut um zum einen Stems verwenden zu können und zum anderen dedizierte Transport-Tasten zur Verfügung zu haben. Fazit der Marktdurchsuchung: Es gibt ein einziges Mehrspurgerät mit Einzelausgängen, ein einziges. Der Korg BR 888 Recorder. Das Gerät besitzt eine 40 GB Hard Disc, 8 Eingänge, 8 Ausgänge und zwei unabhängige Kophörer-Anschlüsse. Zu dem moderaten Preis von momentan ca. 699,- auf den ersten Blick die perfekte Lösung. Aber!

Das Korg BR 888 hat zwar einen USB Anschluss und man kommt auch an die Daten der Festplatte mit dem PC ran, das Songformat ist jedoch ein proprietäres und kann nur vom BR selbst angelegt werden. Das bedeutet, dass man erst Songs anlegen muss, dann die einzelnen Tracks (Stems) vom PC überträgt und anschließend die Stems einzeln, manuell den Kanälen zuordnet. Das ist sehr lästig und stark fehleranfällig. Dazu kommt, dass das Starten von Songs immer mit einem Besuch der Songliste, herumscrollen, auswählen und dann starten verbunden ist. Wenn’s Live schnell und sicher sein soll ist das nicht die optimale Lösung. Dabei wäre es ja so schön, wenn Sequenzen, Bass, Chor, Cues (Vorzähler, etc.) auf einzelnen Spuren zur Verfügung stünden, die man beliebig auf Monitor Kanäle legen kann und der/ die FOH auch noch mehr klangliche Gestaltungsmöglichkeiten hätte.

Pacemaker am Drumset

Enter Metallica!
Der Autor dieser Zeilen hatte die Ehre Big Mick Hughes von Metallica in der Hamburger Color Line zu besuchen und das komplette Konzert vor 14.000 begeisterten Menschen in der ausverkauften Halle direkt am Mischpult zu erleben. Natürlich spart eine solche Produktion nicht an technischer Ausrüstung – trotzdem sind alle Metallica-Konzerte auf der aktuellen Tour (Bühne in der Mitte der Halle) in MONO! Ja. Mono!
Desweiteren kam mir in diesem Jahr der Pacemaker unter die Finger. Pacemaker ist ein DJ-MP3 Player, mit zwei Decks und allen möglichen Mixing und Klangestaltungs-Tools die ein DJ so am Pult braucht. Was der Pacemaker deshalb natürlich auch hat sind dedizierte Transport-Funktionen, auf Tasten angelegt. Das Gerät ist handlich und im normalen Playmode spielt das Gerät einen Track ab, lädt danach den nächsten aus der Playliste und wartet auf das neue Play-Signal. Sehr komfortabel. Man muss sich nicht darum kümmern Pause oder Stop zu drücken und man muss nicht den nächsten Track anwählen sondern einfach, wenn es so weit ist Play drücken – ein Traum. Na ja!

Enter Mono!
Der Sound muss Live gut sein, die Bedienung aber auch. Wagen wir doch einen Versuch. Pacemaker benutzen: Kanal Links volles Zuspielbrett in Mono, Kanal rechts Cues für Drummer oder andere Mitspieler in Mono. Macht eine Stereo-Datei! Langer Rede kurzer Sinn: die CD-Release Party im überfüllten KIR-Club in Hamburg fand über die Clubanlage statt. Vox, Git, Kontrabass und Drums! Die Sequenzen ballerten Mono und fett in den Club, die Einzähler waren nur bei den Drums auf dem Köpfhörer, das Publikum begeistert und niemandem fiel der Mono Spass auf. Drummer Michael ausserdem Krüger extrem happy, weil er pro Song nur Start drücken musste. Und für die AfterShow Party hat man dann auf dem Pacemaker zusätzlich noch sein komplettes Musikarchiv dabei und legt damit gepflegt auf. Ordentlich Bang for the Buck bei 399,- Euro VK.
Weitere Infos www.totpunkt.com!

Written by Thomas Wendt

August 18th, 2009 at 7:17 pm

Maximale Verdichtung: Applikationen für Musiker auf Apples IPhone

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Ich selbst habe mich lange gewehrt, als eingefleischter PC-User, niemals Schwierigkeiten mit Windows habend, mit Handy nur telefonierend, fand ich das iPhone geeky und echt quatsch. Trotzdem war ich schon lange neidisch auf das Design und den „Haben wollen Faktor“ der Produkte aus dem Hause Apple.

Nun lief mein Handyvertrag aus und ich konnte ein neues Telefon haben. Super, da betörte mich die 3G Maschine doch ziemlich: GPS, Google Maps, E-Mail, 16 Gig, Filme gucken und diese lustigen Applikationen aus dem AppStore und zu allem Überfluss gibt uns Onkel Rene für 69 Euro unbegrenzten Online Spass, überall!

Und was soll ich sagen. Das Design der Applikationen und der Touchscreen begeistern einfach. Begeistern ließen sich auch einige Software Unternehmen, die Musiksoftware für das iPhone anbieten – und zwar nicht nur für die Spaßfraktion, sondern richtig professionelle Anwendungen. Von denen soll im Folgenden die Rede sein. Es sind drei: Real Time Analyzer von Studio Six Digital, Four Track von Sonoma Wireworks und das Guitar Toolkit.

 

Real Time Analyser

Das Mikrofon des iPhone 3G erschien den Entwicklern von Studio Six Digital erstaunlich gut zu sein. Nachdem Messungen bestätigt hatten, dass das Mikrophon in der Tat einen sehr gleichmässigen Frequenzgang hat, lediglich unter 40 Herz unsauber abbildet. Diese Tatsache und die Ankündigung einiger Drittanbieter, dass alsbald Mikrofone für das iPhone auf den Markt kommen, veranlasste Studio Six verschiedene Messsysteme auf dem iPhone umzusetzen. Das wahrscheinlich praktischste ist der Analyser. Im Homestudio, im Proberaum wie auch beim Auftritt ist man mit völlig unterschiedlichen akustischen Gegebenheiten konfrontiert. Um herauszufinden, wie die Anlage auf die jeweilige Situation einzustellen ist, hilft ein Analyzer. Der RTA produziert Pink Noise, die man über die Kopfhörerbuchse des iPhone auf die Anlage geben kann während mit dem eingebauten Mikrofon die Abstrahlung der Frequenzen über die Anlage erfasst wird. Was da aus der Anlage rauskommt kann man komfortabel auf dem Display ablesen. Mit einem Equaliser kann man daraufhin die Entzerrung der Anlage korrigieren. Ausserdem zeigt das RTA auch in Echtzeit den Schallpegel in dB an. So kann man schon im Vorfeld eine Grundlaustärke setzen, die das Publikum nicht umhaut. Im Homestudio kann das RTA dazu beitragen Mischfehler zu vermeiden, weil möglicherweise einige Frequenzanteile über- oder unterrepräsentiert sind. Jeder Raum klingt halt anders und besonders im tiefen Mitten- und Bassbereich können ein paar dB zuviel oder zu wenig die Abhöhrsituation schwierig machen. Das RTA von Studio Six Digital kostet im Apple App-Store 9.99 Euro.

Four Track von Sonoma Wireworks

Ein richtiger Vierspurrekorder auf dem iPhone. Unglaublich, dachte ich. Doch so einfach wie genial. Four Track hat ein wunderbares Display, die Fader für jede der vier Spuren ist wie aus Glas und lässt die Pegelanzeige durchscheinen, sehr geschmackvoll. Jede der vier Spuren verfügt über Lautstärke, Panorama, eine Schalter für Record Ready, das wars. Four Track zeichnet WAV Dateien in 16 bit, 44.1 kHz auf. Wenn man seine Aufnahmen weiterbearbeiten will lassen sich die Tracks einfach via WiFi-Sync auf den Computer übertragen.

Meet Mikey!

Mikey ist von Blue und ein Mikrofon für iPhone ind iPods. Mikey ist ein Stereokondensator mit drei schaltbaren Aufnahmemodi und einem lautsprecher auf der rückseite zum komfortablen abhören der Aufnahmen. Mikey soll 86,- Euro kosten und im April in Deutschland verfügbar sein. Auf der Namm war Mikey schon in voller Aktion zu bewundern.

Guitar Toolkit

Für Gitarristen hat das iPhone ja die ein oder andere Spaßsoftware am Start, wer es denn etwas professioneller möchte kommt am Guitar Toolkit nicht vorbei. Zum einen Begeistert auch hier die extrem geschmackvolle Grafik und dann natürlich immer wieder die Funktionalität. Guitar Toolkit bietet ein Stimmgerät, ein Metronom, Akkord Bibliothek und Skalen Biliothek. Das Stimmgerät funktioniert wieder mit dem eingebauten Mikrofon ganz hervorragend. Nachdem man das Instrument definiert hat (6 String/ 12 String/ Bass und fünfsaiter Bass), kann man zwischen drei Modi wählen: Gitarrenstimmung, Chromatisch oder in Quarten (EADGCF). Das Metronom lässt sich entweder manuell auf ein Tempo einstellen, oder man ermittelt das gewünschte Tempo einfach durch tappen. Die Akkordbibliothek enthält alle denkbaren Akkorde. Dazu wählt man lediglich die Tonart und kann dann nach Herzenslust z. B. nach Db 7sus4 suchen und zwar in allen seinen Inkarnationen auf dem Griffbrett. Selbstverständlich lässt sich der Akkord auf dem Bildschirm dann auch anschlagen und hören.     

  

Ok, welche Skala kann man nun zu Db 7sus4 spielen? Die Skalenbibliothek kennt alles, alteriert, arabisch, locrisch, phrygisch … und alles wird komfortabel auf dem Griffbrett angezeigt, das man auch noch scrollen oder skalieren kann. So lässt sich auf einfache Art und Weise erlernen, welche Fingersätze in welcher Lage Bebop Halbvermindert ergeben. Da macht das üben wieder so richtig Spaß. Selbst wenn man keine Gitarre dabei hat, kann man sich mit dem Guitar Toolkit Skalen- und Akkordwissen aneignen.  Das Guitar Toolkit kostet ebenfalls 9,99 Euro.

Written by Thomas Wendt

August 18th, 2009 at 7:13 pm